Die Geschichte der Gemeinde Oberschöneberg


Erste Karte von Oberschöneberg
     Eine der ersten Karten von Oberschöneberg


Postkarte von Oberschöneberg
     Postkarte aus Oberschöneberg


Luftaufnahme
     Luftaufnahme von Oberschöneberg aus dem Jahre 1985

Die Ursprünge des Ortes Oberschöneberg dürften in der sogenannten zweiten Rodungsperiode im 11. Jahrhundert liegen. Urkundlich wird das Pfarrdorf "Schonenberch" allerdings erst im Jahre 1316 erwähnt. Zur Unterscheidung von dem Kirchdorf Wörleschwang bürgerte sich dann im 16. Jahrhundert der jetzige Name Oberschöneberg ein. Der Bischof von Augsburg übertrug den Herren von Hattenberg anfangs des 13. Jahrhunderts die Vogteirechte. Nach einem Streit des Schirmvogtes Heinrich von Hattenberg mit dem Bischof Wolfshardt in den Jahren 1296 und 1297 wurde die Burg zersört, und Heinrich von Hattenberg mußte fliehen. Daraufhin waren die Besitzverhältnisse klar. Bis zum Jahre 1641 unterstand Oberschöneberg dem Bischof von Augsburg und damit der Vogtei Breitenbronn. Durch Kauf im selben Jahr ging dann diese Besitzung an das Domkapitel über. So gehörte es bis zur Säkularisation zum Pflegeamt Dinkelscherben.

Oberschöneberg besteht aus dem Hauptort, den beiden ehemals selbständigen Gemeinden Saulach und Stadel und den zwei Weilern Siefenwang und Reischenau. 1978 mußte Oberschöneberg, nachdem zuvor verschiedene Versuche des Erhalts der Gemeinde im Verband einer neu zu gründenden Verwaltungsgemeinschaft gescheitert waren, im Zuge der Gemeindereform seine Selbständikeit aufgeben. Aber seine starke örtliche Gemeinschaft hat es sich bewahrt.


Die Weiler

Der Weiler Reischenau liegt ca. 1 km südöstlich von Oberschöneberg, direkt an der Zusam. Die sich dort befindende Mühle ging Ende des 13. Jahrhunderts zusammen mit zwei Höfen durch Schenkung an das Oberschönenfelder Frauenkloster über und blieb in dessen Besitz bis zur Säkularisation 1803.

Das ehemals eigenständige Dorf Saulach, 1 km nordwestlich von Oberschöneberg, liegt direkt am Fuße der "Hohen Reute" (Anhöhe zwischen Saulach und Anried). Einst gehörte Saulach zur Herrschaft Wolfsberg bzw. Steinekirch, mit der es im Jahre 1589 an das Domkapitel veräußert wurde.

Der Weiler Siefenwang, 2 km nordöstlich vom Gemeindehaupt, gelangte wahrscheinlich im 16. Jahrhundert in den Besitz des Domkapitels. Die bereits im Jahre 1580 erstmals erwähnte Kapelle "Unserer Lieben Frau" stellt eine Filiale der Pfarrei Dinkelscherben dar.

Die Güter im Dorf Stadel, 1,5 km ostnordöstlich von Oberschöneberg, gingen um 1280 und 1436 durch Schenkung oder Kauf an das Domkapitel über. Davor waren sie auf mehrere Grundherren verteilt. Die dortige Kapelle "St. Leonhard" stammt aus dem Jahre 1738. Dort wird jedes Jahr der traditionelle Leonhardiritt zu Ehren des Hl. Leonhards abgehalten.

nach: Franz Wirth sen., Chronik der Gemeinde Oberschöneberg